Hinweis

Ihre Browserversion wird leider nicht mehr unterstüzt. Dies kann dazu führen, dass Webseiten nicht mehr fehlerfrei dargestellt werden und stellt ein erhebliches Sicherheitsrisiko dar. Wir empfehlen Ihnen, Ihren Browser zu aktualisieren oder einen der folgenden Browser zu verwenden:

Vortrag über Projektarbeit in Würzburgs Partnerdiözese Obidos / Amazonien

Weite Wege für den Glauben

 vergrößern

Selten kommt es vor, dass man schon in früher Jugend eine genaue Vorstellung von dem hat, was das eigene Leben einmal prägen sollte. Ivaldete Rodrigues aus Südwestbrasilien in der Nähe von Rio widmete schon als Kind ihr Leben ganz dem Glauben. Als Ordensschwester ist sie nun in Amazonien, im Gebiet der Würzburger Partnerdiözese Obidos tätig und besucht dort abgelegene Glaubensgemeinschaften. Über dieses ungewöhnliche Projekt und ihre Erfahrungen berichtete Sr. Ivaldete bei einem Vortrag in der KHG.

Auch wenn Gott bekanntermaßen überall ist, unternahm Sr. Ivaldete schon als Jugendliche weite Wege, um mit Anderen ihren Glauben zu teilen. Mehrere Stunden wanderte sie von ihrem Dorf aus, um regelmäßig den Gottesdienst zu besuchen. In der Konsequenz ihres tief verwurzelten Glaubens entschied sie sich für ein Lebens als Ordensschwester. Ihr langgehegter Wunsch, im abgelegen Teil Brasiliens zu arbeiten, wurde ihr von den Vorgesetzten lange verwehrt. Im vergangenen Jahre eröffnete sich ihr mit einigen Mitschwestern die Chance, Amazonien und seine Kirchengemeinden zu betreuen. Seither begleitet sie Priester ins Landesinnere und stattet kleinen Gemeinden, die oft monatelang ohne Kontakt zur Außenwelt sind, ihren Besuch ab. Dabei bewegt sie sich in der ganzen Diözese Obidos, die mit ca. 600 Gemeinden ein für unsere Vorstellung riesiges Ausmaß hat. Die Fläche entspricht etwa der Hälfte der Bundesrepublik Deutschland. Entsprechend groß ist die Herausforderung für alle, die dort im Interesse der Menschen tätig sind.

Das dahinterstehende Projekt basiert auf einem Dokument der lateinamerikanischen Bischöfe und soll bis 2015 laufen. Dabei stehen nicht nur Bibelarbeit, religiöse Betreuung und der christliche Glaube im Mittelpunkt, sondern das Vorhaben ist viel umfassender gedacht. Alle Bedürfnisse der kleinen Gemeinschaften sollen gefördert und berücksichtigt werden. Das schließt Fragen der Bildung genauso ein, wie Probleme der Gesundheitserziehung. Daneben versuchen die Helfer, die Gemeinden strukturell, z.B. im Handwerk zu unterstützen und sie für Fragen der Ökologie zu sensibilisieren. Um all diese Bereiche nachhaltig zu bearbeiten, unterrichten sie Einwohner in entsprechenden Kursen und versuchen Freiwillige zu gewinnen, die sie in ihren Plänen unterstützen.

Als realistisches Ziel schätzt Sr. Ivaldete ein, pro Jahr 100 Gemeinden zu erreichen, angesichts der Entfernungen und der schwierigen Infrastruktur, ein ehrgeiziges Vorhaben. Im Alltag bedeutet das, über schlammige, schwer befahrbare Straßen oder mit kleinen Booten unterwegs zu sein. Auch die Jahreszeiten müssen in die Planung einbezogen werden. Manche Regionen sind nur in gewissen Monaten für die Außenwelt zugänglich. Nicht immer sei man sicher, ob die klapprigen Boote wirklich durchhalten. Vorsichtshalber tragen sie schon einmal Namen wie „Papst Johannes Paul II“, oder „Gehet hin und verkündet“. Nichtsdestotrotz hausen die geistlichen Teilnehmer am Projekt über Wochen in ihren Fahrzeugen und Booten. Das ist ihr Lebensmittelpunkt, hier müssen sie ihren Alltag improvisieren. Über die Mahlzeiten in den Gemeinden ist man immer froh, auch wenn die Fische dafür oft erst spontan geangelt werden müssen.

Alle Aktivitäten, genauso wie die bereits erzielten Fortschritte werden von Sr. Ivaldete und ihren Kollegen systematisch festgehalten. Nur so gelingt es, bei der Vielzahl und Vielfalt ihrer Besuchsziele einen Überblick zu behalten. So weit viele Gemeinden auch auseinander liegen, eine Gemeinsamkeit verbindet sie: Man liebt es zu feiern und insbesondere das Fest des dorfeigenen Kirchenpatrons wird gerne in großer Gemeinschaft begangen.

Dies sind regelmäßige Höhepunkte in einer ereignisarmen und strukturschwachen Region. Hier fehlt es beinahe an allem, von der Gesundheitsversorgung über Bildung bis hin zu Möglichkeiten der Kommunikation. Die wenigen Krankenstationen bewegen sich auf einem bescheidenen Niveau, wo selbst eine einfache Röntgenaufnahme vielfach die Ausnahme ist. Das Einzige, was Alle verbindet, ist das Radio; der Rest der Welt ist außen vor.

Wenn alle paar Monate die Mitarbeiter des Projektes eines der abgelegenen Dörfer Amazoniens besuchen, hat es immer einen zweifachen Effekt: Neben dem praktischen Nutzen zur Entwicklung der Region und ihrem Glauben bringen Sr. Ivaldete und ihre Helfer stets auch ein Stück der unbekannten Welt mit in die Abgelegenheit. Neben dem Interesse für all diese Bemühungen will die Partnerdiözese Würzburg einen konkreten Beitrag leisten. Als Zeichen dafür erhielt Sr. Ivaldete von KHG Referent Richard Hübner einen Scheck über 5000 Euro für ihre weitere Arbeit.

Um unsere Webseite für Sie optimal zu gestalten und fortlaufend verbessern zu können, verwenden wir Cookies. Durch die weitere Nutzung der Webseite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen zu Cookies erhalten Sie in unserer Datenschutzerklärung